Konfessionsfreier und kulturwissenschaftlicher Unterricht über Religionen und Kulturen

Die sozialdemokratischen LaizistInnen fordern anstatt konfessioneller und philosophisch-ethischer Modelle eines „religiösen Unterrichtes“ ein Pflichtfach, welches die allgemeinbildenden und kulturwissenschaftlichen Inhalte von Religionen und Kulturen, der ethischen Grundlagen unserer Gesellschaft sowie der Möglichkeitsbedingungen kultureller Werte vermittelt.

Mit Blick auf die Herausforderungen moderner europäischer Gesellschaften ist die Gestaltung eines integrativen, vermittelnden Unterrichtes hinsichtlich der Religionen und Kulturen ein wesentlicher Bestandteil kultureller wie kritischer Bildung.

Entscheidende Leitgedanken eines solchen Unterrichtes soll eine kritische, kulturelle Allgemeinbildung sein. Eine solche Befähigung im Umgang mit religiösen und kulturellen Symbolsystemen angesichts der Pluralisierungstendenzen von Gesellschaften und globaler Vernetzung in den Bereichen Wissenschaft, Wirtschaft, Recht und Politik soll Wissen und Verstehen vermitteln.

Konfessionelle Modelle eines religiösen Unterrichtes setzen oft eine religiöse oder religionsnahe Sozialisation voraus, die bei einer zunehmenden Anzahl von jungen Menschen in der Bevölkerung nicht mehr vorauszusetzen ist. Zudem werden normative Aussagen von Religionsgemeinschaften in Form von Welt- oder Menschenbildern zu bestimmenden Referenzpunkten. Dies wird einem Wertepluralismus sowie einer offenen wie freien Gesellschaft nur bedingt gerecht.

Kulturwissenschaftliche Modelle eines religions- wie kulturwissenschaftlichen Unterrichtes, die auf ein integratives Wissen in Bezug auf die Geschichte, die sozialen Zusammenhänge und die kulturellen Praktiken von Religionen sowie Weltanschauungen setzen, befähigen mehr zu einem reflektierten Wissen sowie kritischer Dialogfähigkeit. Jenseits eines nach Konfessionen trennendem Religionsunterrichts oder einer wertenormativen Staatsbürgerkunde wird das Wissen von Religionen und Kulturen zu einer kritischen Bildung, die das Zusammenleben befördert und sich gegen Fundamentalismus wie Extremismus wendet.

Der neu gegründete SPD-Laizist/innen-AK Freiburg hat auf seiner Gründungsveranstaltung einen Beschluss „Ethik für alle“ gefasst.

Leitgedanken kulturwissenschaftlichen Unterrichts

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